Aktuelles
43. Jahrestagung der DGfP unter dem Titel "Schwache Institutionen - starke Akteure?"
Am 3. und 4. Juli 2026 fand in der Akademie für Politische Bildung in Tutzing die 43. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft (DGfP) statt. Unter dem Leitthema „Schwache Institutionen – starke Akteure?“ wurden aktuelle Herausforderungen für politische Institutionen sowie die Frage diskutiert, wie politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Akteure deren Funktionslogiken beeinflussen oder verändern. Im Mittelpunkt standen die Folgen dieser Entwicklungen für Justiz, Demokratie, Diplomatie und die internationale Ordnung.
Die Vorträge beleuchteten das Tagungsthema aus unterschiedlichen Perspektiven. Beiträge zur Politisierung der Justiz analysierten den wachsenden politischen Druck auf unabhängige Gerichte sowie mögliche Gegenstrategien. Im Bereich der internationalen Beziehungen standen Fragen politischer Legitimität im Krieg und politischer Agency in Krisenzeiten im Fokus. Weitere Panels widmeten sich der gesellschaftlichen Akzeptanz illiberaler Regierungspraktiken, der Professionalisierung von Rechtaußenparteien als Herausforderung für die repräsentative Demokratie sowie imperialen Machtstrukturen und Fragen der Souveränität auf See.
Ergänzt wurde das Programm durch das Akademiegespräch am See zum Thema „Grenzen der Diplomatie“. Botschafter a. D. Heinrich Kreft und die Journalistin Sina-Maria Schweikle diskutierten unter der Moderation von Antje Nötzold die Möglichkeiten und Grenzen diplomatischen Handelns in einer zunehmend konflikthaften internationalen Ordnung.
Über die DGfP
Die Deutsche Gesellschaft für Politikwissenschaft e.V. (DGfP) ist eine politikwissenschaftliche Fachvereinigung. Die im Februar 1983 gegründete DGfP versteht sich laut Satzung als "wissenschaftliche Gesellschaft, die der Förderung der Politikwissenschaft in Forschung und akademischer Lehre dient".
Sie will den wissenschaftlichen Austausch fördern, zur Klärung von Fach- und Studienfragen beitragen und die Beziehungen zur internationalen Politikwissenschaft pflegen. Zu ihrem Selbstverständnis gehört der Praxisbezug ebenso wie der Dialog mit benachbarten Wissenschaftsdisziplinen. Der DGfP gehören ca. 200 Wissenschaftler an, darunter neben Politikwissenschaftlern auch Staatsrechtler, Soziologen, Historiker sowie Vertreter anderer Sozial- und Geisteswissenschaften.
Den Kern der Aktivitäten der DGfP stellen ihre Jahrestagungen dar, die sich vorwiegend mit Problemen befassen, die für Politikwissenschaft wie für politische Praxis gleichermaßen aktuell sind. Bei den Jahrestagungen sollen gemäß der integrativen Zielsetzung der Gesellschaft möglichst Beiträge aus allen Teildisziplinen der Politikwissenschaft zur Diskussion gestellt werden. Die Ergebnisse der Tagungen werden im Nomos-Verlag veröffentlicht.